Der Wecker Klingelt, 5:00, das heißt aufstehen. Ich knipse die Stirnlampe an, packe meine Sachen und es geht los. Es ist wirklich fast schon kühl, zumindest brauche ich einen Pullover. Auf der Straße, welchen man in Part 1 im drohnenvideo gesehen hat, geht es Richtung des Nächsten 7 Elevens. Im Dschungel herrscht als die Sonne langsam aufgeht absolute Aufbruchsstimmung, unterschiedlichste Vögel zwitschern und Grillen Zirpen, während sich der Himmel allmählich Orange Färbt.
Der Weg führt mich an Feldern vorbei und wird hin und wieder recht steil. Surch ein Loch im Dickicht auf einer Anhöhe kann ich einen Blick auf die aufgehende Sonne erhaschen.

Als ich um eine Wegbiegung laufe sehe ich ein Schild auf dem „Elefanten Hospital“ steht und daneben einen sehr gesund aussehenden, großen Elefanten. Ersteht da, angekettet an einem Strick, welcher in einer Schlaufe um seinen Fuß hängt und macht, wie so viele Elefanten in Gefangenschaft das Typische wedeln mit seinem Rüssel. Links am Körper vorbei, rechts am Körper vorbei und wieder von vorne.
Ein paar Meter weiter ist ein Elefantengatter aufgebaut in dem ein Babyelefant mit seiner Mutter existiert. Bestimmt wäre es unverantwortlich ein Babyelefanten mit seiner Mutter allein in der Wildnis zu lassen. Damit dem Papa, einem Stattlichen Elefanten mit gewaltigen Stosshörnern, auch Nix Passiert, hat der nette Zoo ihm freundlicher Weise ebenfalls direkt 10qm gratis zur Verfügung gestellt, sogar mit Blick auf sein Junges.

Am Ausgang des Parks setze ich mich nochmal kurz hin bevor es weiter auf einen äußerst ungemütlichen Abschnitt der Strecke geht. Der Elefantenpark befindet sich im Wald, erreichen kann man diesen nur über eine Schnellstraße an dessen Seite ich mich für die Nächsten ca. 15 km Richtung Stadt hangeln muss. Nach etwa 300 m entlang der Straße sehe ich einen LKW neben dem Rand der Straße im Gebüsch stehen, davor sitzend ein Paar Asiaten. Offensichtlich ist der LKW mit einem Autu zusammengeprallt und dann von der Fahrbahn abgekommen, wie die Delle an der Stirnseite des Fahrzeugs unschwer zu erkennen lässt. Ein 2. Beschädigtes Auto ist aber nicht in Sicht, wurde wahrscheinlich schon abgeschleppt.

Die Hauptstraße schlängelt sich Stetig steigend durch die Natur. Mit zunehmender Höhe steigt die Intensität des Geruchs nach Feuer weiter an und schließlich sehe ich auf der anderen Seite der Straße im Wald Rauch aufsteigen. Irgendwelche einheimische Fackeln dort anscheinend gerade Unkraut und der gleichen ab um im Herbst schön Pilze ernten zu können, wie ich heraus gefunden habe. Neben der Straße sieht man immer wieder feine Natur, unberührt, nur von einer Schnellstraße unterbrochen.


An einem Rastplatz wird halt gemacht um etwas zu trinken, zudem würde ich für die nächsten 8 km ein Auto bevorzugen, die Luft ist schlecht und die Straße ist einfach nicht gerade eine besonders sichere Option zu Fuß. Ist schändlich, ich weiß, doch so ist es jetzt. Das erste und einzige Auto auf dem Rastplatz hält beim vorbeifahren an und ein freundlicher, etwa 30 Jahre alter Thailänder bietet mir an mich mitzunehmen. Auf dem Weg erzählt er mir dass die Burning Season vor allem in den letzten 5 Jahren extrem zugenommen hat, früher war es nie so extrem und dass er auf dem Weg nach Chiang Mai ist um für seine Arbeit dort ein Interview zu führen. In einer Größeren zur Seite hin offenen Halle haben wieder Mehrere Leute Stände mit Früchten, Snacks, Gemüse und so weiter. Dort werde ich raus gelassen, ich bedanke mich bei dem Thailänder dessen Name ich Total vergessen habe und kaufe mir eine Tüte voller Maracuyas. Im 7 Eleven, welcher sich auf der anderen Straßenseite befindet wird Werkzeug zum Essen der Früchte besorgt, sowie Wasser und Yogurt. Die Mittagshitze ist gerade dabei über Thailand hereinzubrechen, er Laden bietet deshalb eine erfrischende Abkühlung.
Nach einer kleineren Pause und aufgestockten Vorräten geht es weiter an der Hauptschtrasse entlang, dieses Mal aber nicht mehr mitten durch die Wildnis, sondern durch ein Dorf und nicht mehr am Rand der Straße sondern auf einem Schotterweg daneben. Dass die Situation mit dem Rucksack nicht gerade besser wird macht die Tour nicht angenehmer. Mittlerweile habe ich dem Rucksack in allen möglichen Höhen getragen, von Schultergurrt maximal angezogen bis maximal locker. Alle Stellen auf denen der Rucksack bis hierhin gesessen hat sind dementsprechend bereits malträtiert worden…
Finaly führt der Weg weg von der Hauptstraße. Auf meinem weiteren Weg über kleinere Straßen auf denen ich mal mein Handy verliere und mal eine recht große Schlange davon flitzen sehe, schmelze ich in meinem langen Outfit in der Mittagshitze nur so dahin. Das der Trip härter ist als gedacht, wird mir gerade bewusst, aber bisschen Schwund ist immer. Nicht so viele Pausen machen und für die Nächsten 2 Stunden nochmal locked in gehen. Einen Süßen Eiskaffee mit Bubbletea Bubbles kann ich mir dann doch nicht entgehen lassen. Ich überquere eine Schiene, welches übrigens die gleiche ist wie am ersten Tag und hole mir an der Hauptstrasse, an der ich heute schon so lang entlang gelaufen bin und welche nun erneut meinen Weg kreuzt in einem kleinen Restaurant Pad Thai, was ein Typisch Thailändisches Nudelgericht aus Gläsrigen, Braunen, leicht schleimigen, aber leckeren Nudeln mit Gemüse ist. Die Pause Tut gut, aber ich habe heute noch viel vor mir und um so länger ich sitze um so mehr Zeit verschwende ich mit dem Gedanke loszumachen ohne loszumachen, also weiter. Nach weiteren 5 km kommt der Nächste 7 Eleven, selbes Prozedere wie immer, nur dieses Mal verbunden mit einem kleinen Schläfchen, aus dem ich wieder völlig verschwitzt erwache. Pro Tag trinke ich btw. etwa 6-7 Litern Wasser., was fast noch zu wenig ist.
Der nächste Abschnitt wird sehr außergewöhnlich. Auf einer schnurgeraden Staubigen Landstraße geht es an einer riesigen Viehzuchtanlage vorbei, welche von Mauern mit Stacheldraht abgeschirmt wird.

An einer Stelle, nach einer Weile hört der Draht jedoch auf und ich könnte mich auf die Etwa 2.5m hohe Mauer hinaufziehen und einen Blick hinter die Kulissen wagen, also ziehe ich mich die Mauer hinauf und habe nun freihe Sicht auf das Gelände. Direkt hinter der Mauer Stehen relativ Magere Kühe, welche verschreckt vor mir zurückweichen als sie mich sehen. Die Kühe stehen in einem aus Staub bestehenden Gehege, welches an einen Offenen Überdachten Stall angrenzt. Im Hintergrund Stehen größere Ställe in denen ich Schweine und Hühner vermute, da ich Geräusche von beiden während des Weges entlang der Mauer bereits vernommen habe. Die Gehege könnten Trister nicht sein, so viel wie ich nur heute auf dem Weg gesehen habe werden die Kühe vermutlich nie sehen.


Der nächste Abschnitt führt weiter und weiter in die Natur. Palmenplantagen, Schilf, Oliven(denke ich) und kleine gedrungene Bäume, welche vermutlich exotische Früchte Tragen werden Teilen sich das weitläufige Land. Eine, aus mehreren Tümpeln bestehende Kläranlage verbreitet ihren Duft. Unbefestigte Schotterweg Teilen sich immer und immer wieder und man fühlt sich wie In einem Labyrinth, selbst Komoot kennt zu diesem Zeitpunkt die Wege nicht mehr, also muss ich in die Richtung laufen in der Komoot den Weg vermutet. Da ich jetzt schon seit 3-4 Stunden keinen Menschen und kein Anzeichen von aktivem Leben registrieren konnte fühlt es sich so an als würde man direkt ins Outback laufen. Am Rand des Weges Steht eine zerfallene Hütte, aber mehr auch nicht.
Also weiter durch Die Plantagen welche mir oder vielleicht sogar uns so manche Früchte bescheren. Erst überquere ich noch einmal die alt bekannte Gleise und dann… Straße in Sicht. Eine Überlandstrasse an dessen Seite sich ein Streetfood Restaurant befindet, juhuu. Ich war schon davon ausgegangen heute ohne Abendessen ins Bett zu gehen. Im Restaurant gibt es köstliches gebratenes Gemüse mit Reis und freshem zutrinken. Ausnahmsweise gibt es hier auch mal Sprudelwasser, was es sonst nirgendwo gibt.
Schließlich geht es noch durch ein Dorf bis ich am Rande einer Hauptstraße meinen geeigneten Hängemattenspot wähle. Der Wald in dem ich die Nacht bleibe ist Licht und behält in der Nacht bei weitem mehr Wärme als der Wald in dem ich zuletzt geschlafen habe, aber mehr dazu im nächsten Bericht.
(Am Ende kamen nicht so viele Bilder, da sie noch auf der Kamera gespeichert sind und ich aus Speichergründen und Backup Problemen sie nicht aufs Handy bekomme)
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