The Walking Dead (Staffel 1)

Ich weiß jetzt müsste erstmal der Rest von Bangkok kommen, aber ich will erstmal über etwas anderes schreiben, eine Wanderung. Da der nächste halt auf meiner Liste Chiang Mai, eine Stadt im Norden Thailands ist und ich jetzt auch mal eine Challange brauche, entscheide ich mich dazu nicht bis direkt nach Chiang Mai zu fahren, sondern mal ein Stück zu wandern. Lampang, die Nächst größere Stadt vor Chiang Mai bietet sich als geeigneter Start an. Geplante 4 Tage, mit Hängematte und Mückennetz bei 40 Grad Mittagshitze sind zu bewältigen. Also geht es im Nachtbus von Bangkok nach Lampang. 05:00 Morgens, nach einem Wechselhaft guten Nachtschlaf geht es also los. Um die Tageszeit ist es noch angenehm Kühl. Zum Datum meiner Anreise klingt die Sogenannte „Burning Season“ gerade aus. Während der Hauptzeit, im Februar bis März, zünden einheimische hier ihre Felder an um Unkraut zu bekämpfen und die Felder zu düngen. Das ist Natürlich enorm Schädlich für die Natur und die Menschen, da zu dieser Zeit über dem gesamten Norden des Landes Rauch hängt, überall riecht es nach Feuer und man sieht zuweilen die Sonne kaum noch. Deshalb ist dieses Vorgehen eigentlich auch verboten aber es wird dennoch gemacht. 

Auch an dem Morgen an dem ich loslaufe lassen die Strassenlpen den Rauch sichtbar werden, zudem Riecht es nach Feuer. 

Die Stadt ist ruhig bis auf die Hunde, welche ich bereits aus weiterer Entfernung gut hören kann. Erst schaue ich mir aber noch die Highlights des Spieles Bayern gegen Real Madrid an, bei dem Bayern 4:3 gewinnt💪💪💪 Als ich nach Etwa einer halben Stunde an einem Einkaufszentrum vorbeikomme, bei dem ich in einen engen Schotterweg zwischen Gartenanlagen einbogen muss, entdeckt mich der erste Hund. Frech versperrt er mir den Weg , als wüsste er wo ich lang wollte. Ich versuche ihn zu Umgehen, aber er lässt mich nicht durch bis ein Security Guard, der den Hund offensichtlich kennt fortscheucht. 

Dass ich in einiger Entfernung vom Hören schätzungsweise mindestens 10-15 Hunde Höre freut mich beim Betreten des Weges natürlich ganz gewaltig. Das bellen wird lauter und schließlich sehe ich woher es kommt, hinter einem Zaun ist ein mittelgroßes Gehege, in dem Odfensichtlich viele Hunde leben(Müssen). Etwa 4 Laufen frei herum und bellen, um so näher man ihnen kommt, genau wie die Hunde im Stall immer lauter. Bei diesen Hunden gilt, wie ich es so oft auf dem Weg noch merken werde, „Große Klappe, nichts dahinter“. Die Hunde Bellen wie verrückt, umlaufen einen dann in großem Bogen und schleichen sich dann von hinten an und verfolgen einen. Wenn man sich umdreht und sie direkt anschaut kommt es nicht selten vor dass sie wie von einer Biene gestochen wegrennen. 😄

Weiter geht es durch die Stadt, an 7 Eleven Stores, kleinen Grundstücken, ärmlichen und wenigen reicher aussehenden Häusern vorbei und schließlich aufs Land, auf eine lange Gerade verlaufende Landstraße. 

Im nächsten Dorf hole ich mir auf einem kleinen Local Markt, auf welchem viele Einheimische ihr Gemüse und ihre Früchte verkaufen ein Stack Bananen. Ein älterer Mann auf einem alten Motorrad(ähnlich wie meine verrostete Simson) spricht mich an und obwohl er kein Wort Englisch Spricht bekomme ich irgendwie Kommuniziert dass ich dabei bin nach Chiang Mai zu laufen. Das kann er überhaupt nicht glauben. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Botschaft dass ein leichtsinniger, leicht lebensmüder Europäer nach Chisng Mai laufen will und eine kleine Traube aus einheimischen versammelt sich um weiteres Vorgehen zu besprechen😂 Der ältere Herr auf dem Motorrad bietet mir an mich Richtung Chiang Mai zu fahren, andere wollen mich von meinem Vorhaben abbringen und dass alles ohne dass man sich auf einer Sprache verständigen kann. Auf dem Land und generell in Thailand Sprechen sehr wenige Menschen englisch. Ich versuche zu erklären dass ich laufen will, genug trinken und essen dabei habe aber vergebens. Eine Einheimische welche dazukommt spricht letztendlich englisch und über sie komme ich mit den Leuten besser in Kontakt und führe nach dem alles geklärt worden war meine Reise fort. Ich finde dass zeigt wie die Menschen hier sind, alle sehr hilfsbereit und ehrlich besorgt und dass obwohl man sich nicht einmal auf einer Sprache unterhalten kann. Das kenne ich aus Deutschland mitunter anders. Nach einer halben Stunde wandern kommt der Mann auf dem Moped erneut zu mir gefahren und bietet mir an mit ihm mit zu fahren, doch mit Hilfe einer in einem Shop an der Straßenseite arbeitenden Frau mit Englischkenntnissen lässt er mich schließlich weiterlaufen. 

Mein Weg verlässt nun allmählich immer weiter die Dörfer, neben einer Gleise verläuft mein Weg über Felder, welche neben einem kleinen Kanal verlaufen aus welchem nach Bedarf Wasser auf die Felder gepumpt werden kann. Die Sonne ist nun seit geraumer Zeit aufgegangen die Hitze ist aber noch erträglich.  Ich laufe mit einer guten Pace und versuche Meter zu machen. 

Nach 13 km merke ich dass ich mich wassertechnisch verschätzt habe und wirklich mehr brauche. Der nächste Store kommt aber erst nach dem Wald, Mist, lost. Naja dann muss man die Route eben anpassen und ich mache einen Abstecher Richtung des nächstgelegenen 7 Eleven. Am Store angekommen habe ich die erste Halbmarathon distanz hinter mir und Habe mir Frühstück und zutrinken verdient. Der Plan im „kühlen“ Meter zu machen hat funktioniert. Nach einer etwa 40 minütigen Pause geht es weiter nun entgültig raus in die Natur.

Hügelig wäre der Falsche Ausdruck für diese Art von Relieff, eher Grubig. Ein Fluss verläuft zu meiner Rechten und immer wieder grasen Wasserbüffel ganz Entspannt am Wegesrand.Die Natur erinnert im Gegensatz zu anderen Regionen in Thailand eher an eine Etwas bewachsenere Steppen Sawanne, hier und da wachsen Bündel von Bambus zwischen Bäumen. Am Wasser sieht es doch mitunter nach dem Geünen Tropenthailand aus, welches man kannt.

Es wird jetzt das erste Mal etwas zäh. Die Kilometer fangen an sich in die Länge zu ziehen und der Rucksack reibt langsam merklich an den Schultern und sticht wegen einer normalerweise in Stoff eingebetteten Metallkante, welche sich durch den Stoff gewätzt hat in meinen Rücken. Auf dem Weg wird man hier immer wieder von Moped und Autofahrern angesprochen welche einen mitnehmen wollen. Die Temperatur Steigt und Steigt. Zikaden, welche wirklich genau wie eine Flex klingen zirren in den leicht belaubten, Pappelartigen Bäumen, während ich erneut Pause an einem kleinen Pavillon mache.

Bei Kilometer 30 mache ich einen Mittagsschlaf auf einer Bank und lege meine Sachen auf dem Tisch neben mir ab. Über mir ein Dach, vor mir die Aussicht auf den Dschungel. Ich befinde mich auf einem relativ hohen Punkt, wodurch ein Herrlicher Stetiger kühler Wind die Mittagshitze erträglich macht. 

Als ich nach einer halben Stunde aufwache fühlen sich meine Nackenmuskeln völlig verspannt an und ich denke mir „ scheisse, nicht jetzt schon“. Das ist der erste Moment an dem ich weit hinten in meinem Kopf das erste Mal merke dass ich den Lauf eventuell unterschätzt haben könnte. Btw. Ich bin mittlerweile Natürlich bereits Komplett verschwitzt, und nicht nur durchs Laufen. Wenn man schlafen will muss der Körper seine Temperatur um 1-2 Grad reduzieren, wenn die Umgebungstemperatur zu hoch ist muss er sich kühlen, somit fängt man an während des Mittagsschlafs massiv zu schwitzen. 1.5 Liter Wasser gingen nach dem Mittagsschlaf einfach weg wie Nix. Bei einer kleinen Gemeinde mit Tempelanlage hole ich mir frisches Wasser und mache mich anschließend weiter auf meinem Weg in den Wald. Beim Ausgang der Gemeinde umringen mich erneut etwa 7 Strassenhunde, aber wieder alles Schisser. Zu meiner Rechten verläuft ein Fluss mit Weiden auf denen Wasserbüffel grasen und zu meiner linken sehe ich Brandspuren auf dem Boden. Verbranntes Gras, Verkohlter Müll und verbranntes Holz. Spuren der Burning Season. Komischer Weise ist alles auf dem Boden verbrannt doch die Bäume im Wald sind alle ab CM 30 über dem Bode absolut ohne branntspuren. Das Feuer hier wird geziehlt mit Flammenwerfern geschürt, wobei darauf geachtet wird keinen Waldbrand auszulösen. Warum im Wald? Keine Ahnung.

Nach 35 Kilometern wird es langsam Zeit sich eine Unterkunft zu suchen, da es nach dem Sonnenuntergang 18:40 keine 20 Minuten dauert bis es Stockdunkel ist. Eine kleine Hütte, welche an einer Gabelung der Straße am Wegesrand Steht bietet sich perfekt an, denn in ihr hängt bereits eine Hängematte. Ich baue mein Setup auf und mache mich auf die Nacht gefasst während ich meinen mitgebrachten Reis esse und mein Buch weiterlese. Ich fühle mich fast so, als könnte ich wenn ich Pech habe krank werden, aber vielleicht fühlt es sich auch nur so an weil mein Körper den ganzen Tag gegen die Hitze ankommen musste. Passt schon, mein Körper wird sich anpassen. Die Hütte ist zum Glück so gelegen dass es nicht all zu lang heiß ist. Und die erste Nacht bricht an. 


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